Privatbanken

Als Privatbank im engeren Sinne werden solche Banken bezeichnet, die in Privatbesitz sind und in ihrem Wirtschaften nicht anderen Hoheiten unterliegen. Die meisten klassischen Privatbanken waren und sind Familienunternehmen. Noch im 19. Jahrhundert machten sie sogar den Großteil des Bankwesens aus. Allerdings änderte sich dies rasch Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Denn zu jener Zeit gewannen die Großbanken an Bedeutung. Viele der klassischen Privatbanken, die aus einem Familienunternehmen hervorgingen, wurden vom Markt verdrängt, während die Großbanken gediehen. Einen weiteren Schlag stellte die Finanzkrise, Ende der zwanziger Anfang der 30er-Jahre, dar. Heute gibt es bei weitem nicht mehr so viele klassische Privatbanken. Schon längst sind sie eher zu den Exoten des Bankwesens geworden, das sie einst so geprägt haben.

Folgende Zahlen verdeutlichen, wie drastisch sich die Anzahl der klassischen Privatbanken im Laufe der Zeit verringert hat. Waren es 1902 noch 1.386, so waren es 1919 noch 1.100 Banken. Nach der großen Krise waren davon im Jahre 1932 noch 709 Banken übrig. Die Krise hatte zu vielen Verschmelzungen einzelner Banken geführt. Außerdem gerieten die Privatbanken gegenüber den Großbanken zusätzlich ins Hintertreffen, da die Großbanken durch den Staat gestützt wurden. Dementsprechend wanderten natürlich viele Kunden weg von den Privatbanken und hin zu den Großbanken ab. Des Weiteren wurde der Aufsichtsrat des Bankwesens in Deutschland auf 30 Mitglieder zusammengeschrumpft. Dadurch waren insbesondere viele kleinere Privatbanken überhaupt nicht mehr mit einem Mandat vertreten. Und in Deutschland unter den Nazis waren es vor allem Gleichschaltung und Arisierung des Bankwesens, die maßgeblich zum Verschwinden vieler privater Banken führten. Denn nicht wenige Bankiers aus jener Zeit waren jüdischen Glaubens. Durch all diese Mechanismen stärkte sich insgesamt die Position der Großbanken am Markt, sodass die Privatbanken in der Folge immer weniger wurden. So gab es 1974 nur noch 138 privaten Bankhäuser.

Bis heute blieben einige wenige traditionelle Privatbanken erhalten, die sich zumeist auf spezielle Kundensegmente spezialisiert haben. Ein Beispiel dafür ist beispielsweise das Bankhaus Sal. Oppenheim. Diese traditionsreiche Privatbank wurde im Jahre 1789 gegründet und ist heute immer noch am Markt. Sal. Oppenheim ist die erfolgreichste und führenden Privatbank Europas. Mit 30 Niederlassungen in verschiedenen europäischen Nationen und 3800 Mitarbeitern ist Sal Oppenheim von beachtlicher Größe. Obwohl Sal Oppenheim eigentlich deutsche Wurzeln hat, liegt der Firmensitz seit 2007 in Luxemburg (vorher Köln). Durch den Standortswechsel will man nun der Expansion eher gerecht werden. Und auch im Land der Banken, der Schweiz, ist Sal. Oppenheim natürlich vertreten. Dort hat Christian A. Camenzind den Vorsitz der Geschäftsleitung inne. Camenzind gilt als kompetenter Mann, der schon öfters von der Presse konsultiert wurde. Insbesondere in jüngster Zeit, als es um den Zuwachs bei Privatbanken gegenüber den etablierten Großbanken ging, war Camenzind, Oppenheim ein gefragter Gesprächspartner der Presse.

 

 

Privatbanken: Oppenheim Christian A. Camenzind

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